Richtigstellung des MM Berichts zu Waschbären
von Alexandra Jöst-Handlos
Richtigstellung zum Artikel „Der Waschbär: Eine Herausforderung für Mannheim“ vom 5. Januar 2026
Sehr geehrter Herr Feldmann,
vielen Dank für Ihren Artikel über das Vorkommen und den Umgang mit Waschbären in Mannheim. Es ist erfreulich, dass dieses wichtige Thema Aufmerksamkeit findet.
Allerdings möchten wir aus Sicht des NABU Mannheim eine Richtigstellung bzw. Ergänzung zu den im Artikel zitierten Aussagen von Paul Hennze vornehmen. Einige der im Gespräch geäußerten differenzierten Überlegungen zur Problematik wurden im veröffentlichten Text verkürzt wiedergegeben und könnten daher missverständlich wirken.
Im Gespräch wurde unter anderem thematisiert, dass es Stimmen gibt, die fordern, Waschbären abzuschießen. Ein abgeschossener Waschbär würde selbstverständlich keine weiteren Probleme verursachen. Die als tierfreundlicher geltende Maßnahme der Sterilisation schließt Hennze nicht aus. Er betonte jedoch, dass eine bloße Sterilisation allein nicht ausreiche – denn auch sterilisierte Tiere leben weiterhin viele Jahre in der Natur und können durch ihr Verhalten, z. B. durch Prädation von Amphibien und Vögeln, erheblichen Schaden anrichten. Daher wurde betont, dass für sterilisierte Tiere nur dann eine sinnvolle Lösung vorliegt, wenn sie anschließend in geeigneten Gehegen oder Auffangstationen untergebracht werden können – was derzeit in der Praxis kaum umsetzbar ist. Die Aussage, Sterilisation sei „keine Lösung“, war also nicht grundsätzlich gemeint, sondern bezog sich auf die unzureichende Wirksamkeit der Maßnahme in der aktuell praktizierten Form.
Herr Hennze hat außerdem auf Parallelen zur Diskussion um verwilderte Hauskatzen in Mannheim hingewiesen. Auch dort setzt sich der NABU Mannheim dafür ein, dass Tiere nicht getötet werden – sie dürfen aber nicht unkontrolliert in der Natur verbleiben, wo sie erhebliche ökologische Schäden anrichten können. Ein Lösungsansatz ist daher die Einrichtung von geschützten Freigehegen, wie sie in Mannheim bereits existieren.
Wir bitten Sie, diese differenzierte Sichtweise in einer etwaigen künftigen Berichterstattung zu berücksichtigen.
Mit freundlichen Grüßen
für den NABU Mannheim:
Paul Hennze (Vorstandssprecher, ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter der Stadt Mannheim)
Gabi Parthenschlager (Vorstandssprecherin, ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte der Stadt Mannheim)
Alexandra Jöst-Handlos (Vorstandssprecherin)
Foto: Pixabay/ christian lanctot


